Fast 40 Jahre lang genügte das Gebäude den Bedürfnissen der wachsenden Organisation. Mitte der siebziger Jahre musste schliesslich doch zusätzlicher Raum geschaffen werden. Auf dem engen Grundstück des SSB liess sich dies 1975 nur durch einen Anbau verwirklichen. Dadurch wurden die Proportionen und das räumlich-gestalterische Konzept des ursprünglichen Gebäudes natürlich beeinträchtigt, stellte der eingangs erwähnte Oltner Architekturführer bedauernd fest. Der neue Nordflügel wurde damals vom Architekten Hans Georg Frey, Olten, über den beiden ursprünglichen Garagen errichtet. Kennzeichen dieses ersten vierstöckigen Anbaus waren die Leichtmetallfassaden auf der Ost- und der Nord-Seite.
Das Gebäude des Samariterbundes
"Höhepunkt des Neuen Bauens"
Das im Jahr 1938 fertiggestellte Gebäude des Schweizerischen Samariterbundes (SSB) an der Martin-Disteli-Strasse 27 in Olten ist ein bemerkenswerter Zeuge der Vorkriegsarchitektur. Im Jahr 2000 erhielt das Haus einen neuen Ausbau aus Glas und Metall.
"Das freistehende Wohn- und Geschäftshaus des Schweizerischen Samariterbundes ist ein Höhepunkt des Neuen Bauens in Olten und überzeugt durch den kubischen Aufbau und die klare Fassadengliederung." So steht es im Führer zur Oltner Architektur der zwanziger und dreissiger Jahre. Entworfen hatten das 1938 fertig gestellte Samariterhaus die beiden Architekten Hermann Frey und Ernst Schindler. Die beiden hatten in Olten schon in den Jahren zuvor mit der Erweiterung des Frohheim-Schulhauses und dem Neubau der Badeanstalt wichtige Projekte realisieren können.
Ursprünglich erstreckten sich die Sekretariatsräumlichkeiten einzig auf das Erdgeschoss des Samariter-Gebäudes. Darüber wurden drei grosszügige Vierzimmerwohnungen errichtet. Zuoberst war Platz für die Waschküche und eine grosse Dachterrasse. Das damals ungewöhnliche Flachdach und die modernen klaren Linien stiessen zu jener Zeit im Zentralvorstand des SSB nicht nur auf Zustimmung.
Sanierung und Erweiterung des Anbaus
Die Isolation des Anbaus genügte den gewachsenen Anforderungen des haushälterischen Umgangs mit der Heizenergie immer weniger. Auch benötigte der Samariterbund dringend zusätzliche Arbeitsplätze und ein grösseres Sitzungszimmer. So entschied sich der SSB-Zentralvorstand im Frühjahr 2000 für ein Projekt des Architekturbüros Schibli, Olten, zur Erweiterung und Sanierung des Anbaus. In der Zeit vom August 2000 bis März 2001 erfuhr der Nordflügel deshalb eine grundlegende Erneuerung. Eugen Kiener